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60,2 Prozent für Martin Richard - LIMBURG weiter in guten Händen!!!!
Limburg seit der Gebietsreform
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Am 12. Februar 2009 referierte Bürgermeistter Martin Richard auf einer Mitgliederversammlung der CDU Kernstadt über "die wirtschaftliche Entwicklung in Limburg seit der Gebietsreform".
Nachfolgend dokumentieren wir die Rede.


Sehr geehrte Damen und Herren,

wenn ich auswärtigen Gästen unsere Stadt vorstelle, sage ich (im Stenogrammstil) sinngemäß:
- Alte Handelsstadt.
- Auch heute noch Handelsmittelpunkt einer Region mit ca. 250.000 Menschen.
- Seit dem 19. Jahrhundert Sitz zahlreicher Behörden.
- Nach dem Krieg Ansiedlung vieler produzierender Betriebe.
- Ausgewogene Wirtschaftsstruktur.
- Gute Verkehrsanbindung mitten in Deutschland.

Damit habe ich schon fast alle Wirtschaftsbereiche erfasst.

Anfang der 70er Jahre hat die Hessische Landesentwicklungs- und Treuhandsgesellschaft mbH ein Gutachten mit dem Titel „Limburger Raum - Analyse und Prognose von Wirtschaft und Bevöl-kerung“ erstellt. Dieses hat insbesondere die Brückenfunktion zwischen den Entwicklungsbändern und den Ballungsgebieten Rhein-Main und Rhein-Ruhr herausgestellt sowie die Notwendigkeit der Schwerpunktförderung als Bundesausbauort bestätigt. Auch auf die Chancen der Gebietsreform und die Notwendigkeit zur Verbesserung der Infrastruktur, des Ausbaus der B 49 und der Schaf-fung von Umgehungen wurde hingewiesen. Zudem kam die Anregung, eine Hochschule anzusie-deln und die weichen Standortfaktoren wie Grün, Kultur und Bildung auszubauen.

Kurz vor oder danach haben weitere Gutachten vorgelegen. So das von Dr. Schirmacher zu einer erhaltenden denkmalgerechten Sanierung der Altstadt, von Dr. Nordmann zur Entwicklung des Einzelhandels, um damit die Notwendigkeit einer C & A-Ansiedlung zu untermauern, aber auch der Verkehrs- bzw. Innenstadtentwicklung. Entsprechend dem Zeitgeist Anfang der 70er Jahre wurde darin u. a. eine zweispurige Straße von der Grabenstraße über Plötze und Fischmarkt zu einem großen Parkplatz vor dem Dom gefordert (autogerechte Stadt) und für die City während der da-mals heftigen Diskussion über die Notwendigkeit von Fußgängerzonen, eine zweigeschossige Lö-sung für Werner-Senger-Straße und Neumarkt (unten Auto oben Fußgänger). Hinzu kamen städ-tebauliche „Dominanten“ von denen nur das mehrgeschossige Gebäude der Marienschule reali-siert wurde.

Im Rückblick stelle ich fest, dass es ein großes Glück für unsere Stadtentwicklung sowie unser Stadtbild war, dass man nicht alle diese Vorschläge umgesetzt hat, sondern die Politik häufig schlauer war. Gleiches gilt für die Konsequenz von Dr. Schirmacher für die Altstadt, in einer Zeit, wo anderswo Flächensanierungen in den Stadtkernen vorgenommen wurden.

Im Folgenden möchte ich die Entwicklung in einzelnen Bereichen beleuchten. Dabei handelt es sich nicht um eine wissenschaftliche Abhandlung.

1. Infrastruktur

Die günstige Verkehrsanbindung sowie die gute geografische Lage in mitten der Bundesrepublik Deutschland hat der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt bereits seit ihren Anfängen ge-nutzt. Die Bundesautobahn mit zwei Abfahrten sowie der Regionalbahnhof in der Innenstadt wir-ken sich positiv aus. Hinzu kommt seit dem Jahre 2002 der Anschluss an das Schnellbahnnetz der Deutschen Bundesbahn mit dem Bahnhof Limburg-Süd und der durch kommunale Initiative gestar-tete Ausbau der Bundesstraße B 49 zwischen Limburg und Wetzlar. Nach wie vor ist der Durch-gangsverkehr in der Innenstadt und den Kernen verschiedener Stadtteile zu hoch. Für Lindenholz-hausen wurde eine Umgehung bereits umgesetzt, für eine Umfahrung in Offheim das Baurecht geschaffen. Eine Lösung für die Südumgehung wird weitere intensive Diskussionen erfordern. In der City war es wichtig, dass bereits in den 70er Jahren zahlreiche Parkplatzkapazitäten durch Parkhäuser und Tiefgaragen geschaffen wurden, die mittlerweile durch ein Parkleitsystem ver-knüpft und leicht erreichbar sind. Der Anfang der 80er Jahre errichtete Zentrale Omnibusbahnhof konnte zwischenzeitlich durch den Busbahnhof auf der Südseite des innerstädtischen Gleiskörpers ergänzt werden. Im Zuge der Neugestaltung des Bahnhofsvorplatzes wird hier ein „Rendezvous-Platz“ für die Stadtlinie geschaffen. Durch Verhandlungen mit den überregionalen Verkehrsträgern ist es gelungen, zu jeder Stunde aus jedem Stadtteil eine Busverbindung nach Limburg und zurück sicherzustellen. Hinzu kommen von und nach Staffel, Eschhofen, Lindenholzhausen die Zugver-bindungen.

2. Handel

Unsere Stadt verfügt über eine sehr hohe Einzelhandelszentralität. In der Relation des Umsatzes zu der Einwohnerzahl nehmen wir eine Spitzenplatz in der Bundesrepublik Deutschland ein. Bis in die 60er Jahre hinein war die Innenstadt der einzige Handelsplatz. Durch den Wandel im Handel und neue Einkaufsformen sind an der Peripherie größere Einzelhandelszentren dazugekommen, welche die Einkaufsfläche verdoppelt haben. Durch Grundsatzbeschlüsse hat die Stadtverordne-tenversammlung versucht, ein Gleichgewicht zwischen City und Peripherie zu erhalten, um den Stadtkern in seiner Entwicklung nicht zu gefährden. Damit war es allerdings nicht möglich, bau-rechliche Vorgaben in Gänze außer Kraft zu setzen. Aber auch in der Innenstadt gab es heftige Diskussionen über die Ansiedlung von großflächigen Waren- und Bekleidungshäusern. Ich nenne hier nur Karstadt und C & A, die letztlich jedoch die Zentralität der Stadt wesentlich gestärkt haben. Allerdings haben solche Geschäfte auch zur Verlagerung von Geschäftslagen im Stadtkern und zu steigender Attraktivität geführt. Heute dienen die Angebote in der Altstadt vorwiegend dem Tou-rismus. Die Lebensmitelversorgung ist derzeit schwach ausgeprägt. Dankenswerter Weise gibt es einen Wochenmarkt mit vielfältigen Angeboten. Durch Ansiedlungen im ehemaligen Bahnwerk sind jedoch Verbesserungen in Sicht. Wichtig für die City war auch die Standortentscheidung für das neue Kino.

Aktuell gilt es die Einzelhandelsflächen im Bahnwerk auszubauen und dort zu schaffende 600 Parkplätze über den neu gestalteten Bahnhofsvorplatz mit der Innen- und Altstadt und umgekehrt zu verbinden. Hierbei erweist sich das städtebauliche Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ als große Chance.

3. Dienstleistungen

Wie bereits erwähnt, befinden sich seit dem 19. Jahrhundert wichtige Behörden in unserer Stadt. Besonders stolz sind wir seit 1827 auf den Bistumssitz. Alle Abwanderungen wie z. B. für das Ge-richt wurden abgewehrt und der Kreissitz durch einen Erweiterungsbau gestärkt. Gleiches gilt durch den Neubau der Polizeidirektion vor wenigen Jahren. Eine epochale Bedeutung für unsere Stadt hat die Entscheidung der Hessischen Landesregierung zur Ansiedlung des Amtes für Bo-denmangagement Westhessen mit 200 Mitarbeitern im ICE-Gebiet. Durch Investitionen der Kreissparkasse und der Vereinigten Volksbank Limburg wurde der Bankenstandort gesichert und verbessert. Immer mehr private Dienstleister, Rechtsanwälte und Architekten suchen Limburg als Standort. Auch das Krankenhaus hat durch die Fusionierung mit St. Anna in Hadamar eine Stär-kung erfahren.

4. Industrie / Produktion

Für solche Ansiedlungen sind die günstigen Verkehrsanbindungen wichtig. Eine Kommune kann lediglich die Rahmenbedingungen schaffen und durch schnelle Bauleitplanungs- und Genehmi-gungsverfahren Hilfestellungen geben. Bedauerlicherweise ist die Schwerpunktförderung für An-siedlungen Mitte der 80er Jahre weggefallen.

Die Blechwarenfabrik, Buderus oder die Bahnwerkstatt (zwischenzeitlich geschlossen) gab es schon länger am Standort, die Glashütte nach dem 2. Weltkrieg. Erfreulich sind die Unterneh-mensansiedlungen von Tetra Pak, Mundipharma, Harmonic Drive, Black & Decker (wenn auch schon lange wieder geschlossen), Kühlmöbelwerke (KMW), Hydrotechnik oder die späteren Standortentscheidungen von OVALO und Moba, um nur einige Unternehmen beispielhaft zu nen-nen. Diese werden durch zahlreiche mittelständige Betriebe mit 30 bis 50 Arbeitsplätzen ergänzt. Alleine zwischen 1988 und 2007 ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Lim-burg um 2.463 gestiegen. Limburg verfügt somit über eine ausgewogene Wirtschaftsstruktur. Da die meisten Güter dieser Firmen überregional abgesetzt werden, kommt dadurch Kaufkraft in un-sere Stadt und Region.

5.Tourismus

Der innen und außen restaurierte Dom und die attraktive, größtenteils sanierte Fachwerk-Altstadt ziehen jährlich ca. 1 Mio. Tagestouristen an. Derzeit ist ein Trend zu weniger Bussen und mehr Individualreisen feststellbar. Wichtig ist unsere Anbindung an den Lahntaltourismusverband, denn auf dem Wasser und per Rad entlang des Flusses kommen zahlreiche Besucher in unsere Stadt. Daher unterstützen wir auch den geplanten Bau eines Premiumwanderweges von der Quelle bis zur Mündung. Auch hier hilft die günstige Verkehrsanlage einschließlich des ICE-Bahnhofs. Die Tagungsinitiative „MeetingCity Limburg“ von Stadthallen GmbH, Stadtmarketing und Hotels führt zu zahlreichen Bundestagungen in Limburg. Dadurch ist es gelungen die Übernachtungsdauer von Besuchern innerhalb von 25 Jahren von 1,3 auf 1,7 Nächte zu erhöhen. Eine weitere Steigerung ist das Ziel. Seit 1988 ist die Zahl der Betten um 50 % sowie der Übernachtungen um 42,7 % an-gestiegen. Hier müssen die gemeinsamen Werbeinitiativen fortgeführt werden.

Kurzes Fazit:

Ich hoffe, dass Sie aus diesem kurzen Querschnitt erkannt haben, dass unsere Stadt seit der Ge-bietsreform eine positive Entwicklung genommen hat. Zusammenfassend stelle ich fest

„Limburg hat Chancen, Limburg hat Zukunft!“

Ich unterstütze Martin Richard,

weil er für die berechtigten Anliegen der Seniorinnen und Senioren der Stadt Limburg immer ein offenes Ohr hat.
Giovanni Da Via, Limburg
 
   
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