23:07 Uhr | 22.02.2012 StartseiteStartseiteKontaktKontaktImpressumImpressumSitemapInhaltsverzeichnis
 

60,2 Prozent für Martin Richard - LIMBURG weiter in guten Händen!!!!
Der ideale Kinostandort
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Für die Zeitschrift "Die alte Stadt" verfasste Bürgermeister Martin Richard den folgenden Beitrag, der sich mit der Entscheidung befasste das Limburger Kino (Cineplex) in der Innenstadt anzusiedeln und nicht, wie beispielsweise von der SPD gefordert, in einem Gewerbegebiet:

 
Mit dem Aufkommen der neuen Angebotsform der Multiplex-Kinos hat sich seit Beginn der 90er Jahre in der deutschen Kinolandschaft ein deutlicher Wandel vollzogen. Diese Veränderungen stehen in engem Zusammenhang mit der Entwicklungsdynamik im gesamten Freizeitbereich. Nachdem in zahlreichen Oberzentren diese Kinoform gebaut und erfolgreich betrieben wurde, fand auch der Standort Limburg a. d. Lahn 1996 das Interesse einiger Investoren und Betreiber in der Kinoszene.

Limburg, eine Stadt mit 35.000 Einwohnern in der Innenstadt und den sieben Stadtteilen, verfügt im Einzelhandel über einen Einzugsbereich von mehr als 250.000 Menschen und eine außergewöhnlich hohe Einzelhandelszentralität. Gerade der große Einzugsbereich dürfte das Interesse am Standort Limburg geweckt haben.


Kinosituation 1996 in Limburg

Gab es in den 50er Jahren noch vier kleinere Kinos oder Lichtspielsäle in der Stadt, so war 1996 nur noch eines mit drei Sälen und 758 Sitzplätzen vorhanden. Dieses wurde von knapp 200.000 Menschen im Jahr besucht. Der Eigentümer und Betreiber hatten den großen Saal bereits ein Jahr zuvor durch Umbaumaßnahmen heutigen Verhältnissen mit Großleinwand und modernster Beschallungstechnik angepasst.


Standortdiskussion

Stadtverwaltung und Stadtverordnetenversammlung - ich selbst war damals noch Fraktionsvorsitzender und kein Bürgermeister - haben die Angebote von Investoren und Betreibern für den Standort Limburg positiv aufgenommen. Allerdings bestanden erhebliche Differenzen bei der Bewertung von möglichen Standorten.


Zwei Alternativen standen zur Diskussion:

a) Standort in einem Gewerbegebiet nördlich und in ca. 2,5 km Entfernung zur Innenstadt in der Nachbarschaft eines Lebensmittelgroßhandelsmarktes, eines Bau- und Gartencenters und einiger Dienstleistungsunternehmen.

b) Standort in der Innenstadt in Altstadtnähe unter Einbeziehung, Erweiterung und Neugestaltung des bestehenden Kinos.

Befürworter und Gegner der jeweiligen Standorte haben u. a. folgende Vor- und Nachteile der beiden Alternativen in die politische Debatte eingeworfen:


Argumente, die für die Innenstadtlage gesprochen haben:

- Das Innenstadtkino wird einschließlich des kompletten bisherigen Kundenstammes mit einbezogen. Wirtschaftliche Probleme für das vorhandene Kino lassen sich vermeiden.

- Das Kino ist fußläufig zu erreichen.

- Es besteht eine gute Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr von den Stadtteilen und den umliegenden Orten aus. Der ÖPNV kann gestärkt werden.

- Es entstehen zusätzliche Parkplätze am Kinozentrum, die tagsüber auch für die City nutzbar sind. In den Abendstunden können vorhandene nicht ausgelastete Parkeinrichtungen eine bessere Auslastung erfahren. Das Kino trägt zu einer Aufwertung der Innen- und Altstadt bei.

- Die Kinobesucher sichern eine Erhöhung der Passantenfrequenz in der Innenstadt, die insbesondere auch zu einer Belebung in den Abendstunden und an den Wochenenden führen.

Durch die geänderten Ladenöffnungszeiten ist auch im Interesse des Handels die Erhöhung der Passantenfrequenz in der Innenstadt positiv zu werten, da in direkter Verbindung mit dem Kinobesuch Einkäufe getätigt werden können.

- Eine stärkere Belebung der Innenstadt hat auch einen präventiven Charakter für mehr Sicherheit.

- In der Innenstadt sind Erlebnisbereiche, wie Gastronomie, vorhanden.


Argumente, die gegen die Innenstadtlage gesprochen haben:


- Für die Anwohner der Innenstadtlage wird es zu einer erhöhten Verkehrsbelastung kommen. Daraus entstehen automatisch Probleme mit den An- und Abfahrgeräuschen der Pkw’s.

- Die Anwohner werden sich gegen das Innenstadtobjekt aussprechen.

- Die zusätzlichen Parkplätze am Kinocenter genügen nicht, zumal eine Doppelnutzung durch die neuen Geschäftszeiten schwieriger geworden ist.

- Verlust an Lebensqualität in der Innenstadt durch mehr Verkehr.

- Erwartetes Verkehrschaos zu Spitzenzeiten.


Argumente für den peripheren Standort:

- Geringe Umweltbelastung, da kein Wohngebiet übergebührlich belastet wird.

- Die Parksituation ist einfach zu lösen, da auf eigenem Grundstück jede Möglichkeit für das Parken gegeben ist.

- Die Gebäudenutzung kann durch moderne Bauweise optimaler durchgeführt werden.

- Bessere Erreichbarkeit mit dem Pkw.


Argmumente gegen den peripheren Standort:

- Keine ÖPNV-Anbindung.

- Keine fußläufige Erreichbarkeit.

- Jugendliche stehen abends nach der Vorstellung im Dunkeln bis sie abgeholt werden.

- Zum Teil erhebliche Verkehrsmehrbelastungen in zwei Stadtteilen.

- Begleitende Erlebnisbereiche, wie Gastronomie, die in der Innenstadt vorhanden sind, müssten aufgebaut werden.


Politische Entscheidungen:

Die Stadtverordnetenversammlung hat sich kurz vor der Kommunalwahl 1997 mit knapper Mehrheit für den Kinostandort an der Peripherie entschieden. Die wenige Wochen später stattfindende Wahl hat jedoch zu einer Änderung der Mehrheitsverhältnisse geführt. Unabhängig davon hat sich jedoch auch in der Verwaltung und in den politischen Gremien die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Standortentscheidung nicht von politischen Entscheidungen, sondern von möglichen Eigentumsverhältnissen, dem Investorenwillen und den Möglichkeiten des Baurechts abhängig ist.

Insofern begann ein Wettlauf zweier Investorengruppen an den beiden Standortalternativen. Dabei hat sich die von mir favorisierte Innenstadtlösung durchgesetzt.


Konzept der Innenstadtlösung:

Die Planung in der Innenstadt hat den auf neuesten technischen Standard modernisierten Saal des vorhandenen Kinos mit 358 Plätzen einbezogen. Die Eingangssituation wurde von einer anderen Straße aus vollkommen neu gestaltet. Zusätzlich zu dem bereits vorhandenen Saal wurden weitere sieben Kinosäle mit 90 bis 288 Sitzplätzen geschaffen. Insgesamt verfügt das Kino über ca. 1.450 Sitzplätze in acht Sälen. Mit dem Abriss vorhandener Gebäude (Gewerbebrache) konnte im März 1998 begonnen werden. Die Eröffnung des neu gestalteten Kinos erfolgte Ende Juli 1999.


Resümee:

Nach fast zweijährigem Betrieb ist festzustellen, dass die Innenstadt unter Einbeziehung des vorhandenen Kinos der richtige Standort für das neue „Cineplex-Kino“ in Limburg ist. Befürchtete Belästigungen von Bewohnern in der Nachbarschaft finden nicht statt. Das Kino wurde im ersten Jahr nach Eröffnung von 450.000 Menschen zu Kinobesuchen und 30.000 Menschen zu Sonderveranstaltungen besucht. Dies ist der höchste Kinobesuch in allen deutschen Städten vergleichbarer Größenordnung. Das befürchtete Verkehrschaos ist ausgeblieben, da auf dem Grundstück einige Parkplätze geschaffen wurden und eine angrenzende Bank in den Abendstunden weitere Parkplätze in Doppelnutzung zur Verfügung stellt. Außerdem sind die städtischen Parkeinrichtungen in der Umgebung (Altstadtparkhaus) seit der Kinoeröffnung abends erheblich besser ausgelastet. Die Gastronomie in der Nachbarschaft profitiert. Gegenüber dem früheren Kinobesuch beleben jährlich 250.000 Menschen mehr die Limburger Innen- und Altstadt.

Im Resümee ist festzustellen, dass sich - egal ob bei Handelsflächen oder auch Freizeiteinrichtungen, wie Kinos - der Einsatz für den Standort Alt- und Innenstadt lohnt.

Ich unterstütze Martin Richard,

weil er sich für das Ehrenamt stark macht und es nach Kräften unterstützt.
Peter Lorger, Offheim
 
   
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